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Service Design: Phase Entwickeln

Die Phase “Entwickeln” eröffnet den zweiten Diamanten (Lösungsraum) und fokussiert auf die Generierung einer Vielzahl von Ideen. Durch kreative Methoden werden unterschiedliche Lösungsansätze für das definierte Problem entworfen.

Dieses Modul beantwortet folgende Fragen:

  • Wie werden Lösungsansätze im Service Design generiert?
  • Welche Methoden fördern die Quantität von Ideen?

Der zweite Diamant steht unter dem Schwerpunkt Gestalten. In dieser divergierenden Phase geht es zunächst um das Entwickeln von Ideen auf Basis der zuvor klar definierten Problemstellung. Hier gilt das Prinzip: Quantität vor Qualität. Es sollen möglichst viele unterschiedliche Lösungswege eröffnet werden, um nicht bei der erstbesten Option stehen zu bleiben.

Trennung von ideen- und lösungsorientiertem Denken

Abschnitt betitelt „Trennung von ideen- und lösungsorientiertem Denken“

Um die Qualität der Ergebnisse in der Phase “Entwickeln” zu maximieren, ist eine bewusste Trennung zweier Denkmodi erforderlich. In vielen Organisationen dominiert ein verfrühtes lösungsorientiertes Denken, was die Innovationskraft einschränken kann.

Bevor Lösungen bewertet werden, muss ein offener Raum für Divergenz geschaffen werden. Ziel ist es, viele Perspektiven und Optionen zuzulassen, ohne diese sofort auf ihre Machbarkeit zu prüfen.

  • Fokus: Ideen öffnen, Quantität, Perspektivwechsel.

Erst nachdem ein breites Spektrum an Ideen generiert wurde, folgt der Wechsel in den lösungsorientierten Modus. Hier werden die Ansätze verdichtet, auf ihre Tragfähigkeit geprüft und zu konkreten Lösungen ausgearbeitet.

  • Fokus: Lösungen verdichten, Pragmatismus, Effizienz, Handlungsstärke.

Die bewusste Abfolge – erst Ideen öffnen, dann Lösungen verdichten – stellt sicher, dass nicht die erstbeste, sondern die fundierteste Lösung verfolgt wird. Dies spiegelt das Kernprinzip des zweiten Diamanten im Double Diamond Modell wider.

Um das kreative Potenzial zu nutzen, werden verschiedene Techniken eingesetzt:

  • Brainstorming: Klassisches Sammeln von Ideen.
  • Kopfstandmethode: Umkehrung des Problems, um neue Perspektiven zu gewinnen.
  • Co-Creation Workshops: Einbindung von Nutzern und Stakeholdern in die Ideenfindung.
  • Jobs to be done: Eine Methode, die fragt, welchen “Job” eine Dienstleistung für den Kunden erledigen soll, statt sich nur auf Funktionen zu fokussieren.
  • Cover-Story: Das Verfassen eines fiktiven Zeitungsartikels über den zukünftigen Erfolg der Idee, um die Vision greifbar zu machen.
  • SCAMPER: Eine Checkliste, um bestehende Ideen systematisch zu verändern oder zu verbessern (Ersetzen, Kombinieren, Anpassen, Modifizieren, Anderweitig nutzen, Eliminieren, Umkehren).


Patrick Roßkothen ist Experte für Prozess- und Wissensmanagement. Dieses Modul wurde zuletzt am 2026-02-21 aktualisiert.