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Phasenmodell der Prozessoptimierung (3-Phasen-Zyklus)

Dieses Modell bildet das fundamentale Rückgrat jeglicher Prozessoptimierung. Es fungiert als zentrale Meta-Ebene, die den oft komplexen Projektalltag in einen klaren Dreiklang aus Verstehen, Gestalten und Umsetzen ordnet. Es ist die Antwort auf die Frage: “Wie gehe ich ein Optimierungsprojekt grundsätzlich an?”

Dieses Modul beantwortet folgende Fragen:

  • Wie starte und strukturiere ich ein Prozessmanagement-Projekt von Grund auf?
  • Warum bilden Verstehen, Gestalten und Umsetzen die unverrückbare Basis (Meta-Ebene)?
  • Welche Metaphern (Labor, Atelier, Werkstatt) beschreiben die Arbeitsmodi in den Phasen?

Das Phasenmodell ist der methodische Anker für Personen, die mit der Planung und Durchführung von Optimierungsmaßnahmen betraut sind. Bevor man sich in Methoden verliert, liefert dieses Modell die Orientierung.

Das Mindmap-Prinzip: Bildlich gesprochen bilden die drei Phasen das Zentrum einer Mindmap. Sie sind die drei massiven Hauptknotenpunkte, von denen aus sich alle weiteren spezifischen Werkzeuge, Techniken und Methoden (wie BPMN-Modellierung, Interviewführung oder Workshop-Formate) verzweigen.

Der Kernprozess umfasst:

  1. Verstehen (Erfassen & Analysieren / Diagnose)
  2. Gestalten (Konzeption / Design)
  3. Umsetzen (Implementierung / Realisierung)

Wer diese Struktur verinnerlicht, hat den “Masterplan” für jedes Projekt, unabhängig von dessen Größe.

Jede Phase erfordert ein völlig anderes “Mindset”. Um diese Denkweisen klar abzugrenzen, nutzen wir folgende Metaphern:

  • Verstehen = Das Labor: Hier wird seziert, analysiert und der Status Quo nüchtern unter das Mikroskop gelegt. Es geht rein um Fakten, Daten und das Durchdringen der Ist-Abläufe. Keine Lösungen, nur Diagnose.
  • Gestalten = Das Atelier: Ein kreativer Raum für neue Ideen (Service Design). Hier darf “gesponnen” werden. Losgelöst von den Restriktionen des Ist-Zustands werden hier ideale Lösungen entworfen.
  • Umsetzen = Die Werkstatt: Hier wird praktisch gearbeitet (“gehämmert und geschraubt”). Die Konzepte müssen nun in die raue Realität der Organisation eingebaut und dort verankert werden.
  • Erst organisieren, dann digitalisieren: Ein digitalisierter schlechter Prozess bleibt ein schlechter Prozess (“Digitalisierter Unsinn bleibt Unsinn”). Dieses Modell erzwingt die logische Reihenfolge.
  • Zyklischer Charakter (KVP): Diese Phasen sind keine Einbahnstraße (Wasserfall), sondern ein Kreislauf. Der Abschluss der “Werkstatt-Phase” ist oft der Startpunkt für den nächsten Durchlauf im “Labor”. Dies etabliert den Kontinuierlichen Verbesserungsprozess.


Patrick Roßkothen ist Experte für Prozess- und Wissensmanagement. Dieses Modul wurde zuletzt am 2026-02-21 aktualisiert.