Granularität der Module: Das Atomic-Content-Prinzip
Zusammenfassung
Abschnitt betitelt „Zusammenfassung“Dieses Modul definiert die optimale Größe („Flughöhe“) für Wissenseinträge(Modul). Die Kernregel lautet Atomic Content: Ein Modul sollte genau ein spezifisches Problem lösen, um von KIs (RAG-Systemen) optimal gefunden und verarbeitet zu werden.
💡 Dieses Modul beantwortet folgende Fragen:
- Wie groß oder klein sollte ein Eintrag im Second Brain sein?
- Warum scheitern KIs an zu langen Dokumenten (“Noise”)?
- Wie sieht der perfekte Schnitt für meine Seminar-Produkte aus?
- Wann darf ich Listen verwenden?
1. Was ist das Prinzip “Atomic Content”?
Abschnitt betitelt „1. Was ist das Prinzip “Atomic Content”?“Die Entscheidung über die Größe eines Wissens-Bausteins ist die „Gretchenfrage“ beim Aufbau eines Second Brains. Die Faustregel lautet: Ein Modul sollte genau EIN spezifisches Problem lösen oder EINE Methode erklären.
Warum ist das technisch wichtig?
Abschnitt betitelt „Warum ist das technisch wichtig?“- Zu Groß (Das Buch-Problem): Ist das Modul riesig (z. B. „Alles über KI“), findet der Bot zwar den Text, aber die Antwort wird schwammig, weil er zu viel irrelevanten Kontext mitliest („Noise“).
- Zu Klein (Das Schnipsel-Problem): Ist es zu winzig (z. B. nur ein Satz ohne Kontext), fehlt der KI der Zusammenhang („Warum ist das wichtig?“).
2. Der Maßstab: Die „Eine-Frage-Regel“
Abschnitt betitelt „2. Der Maßstab: Die „Eine-Frage-Regel““Ein IP-Modul hat die perfekte Größe, wenn es eine konkrete Experten-Frage vollständig beantworten kann, ohne dass man eine zweite Seite lesen muss.
Der Praxistest: Stell dir beim Erstellen die Frage:
“Wenn ein Kunde (oder ich selbst in 6 Monaten) mich X fragt, kann ich ihm diesen EINEN Link schicken und die Frage ist geklärt?“
3. Vergleich: Zu Groß vs. Zu Klein vs. Perfekt
Abschnitt betitelt „3. Vergleich: Zu Groß vs. Zu Klein vs. Perfekt“Am technischen Beispiel „KI-Workflow / Vibe Coding“:
| Merkmal | ❌ Zu Groß (Themen-Monster) | ❌ Zu Klein (Daten-Schnipsel) | ✅ Perfekt (Atomic IP-Modul) |
|---|---|---|---|
| Beispiel-Titel | „Komplettes Handbuch: Prompting & Softwareentwicklung mit KI“ | „Repro-Schritte sind wichtig.“ | „Repro-Schritte (Definition & Guide)“ |
| Inhalt | Ein Rundumschlag: Rollen, Kontext, Tools, Code-Stil, Debugging, Testing, Doku, Git, Beispiele – alles in einem Dokument. | Ein einzelner Merksatz ohne Vorgehen, Struktur oder Kriterien für gute Repro-Schritte. | Klare Definition, Zweck, Struktur/Vorgehen und Qualitätskriterien, sodass man reproduzierbare Repro-Schritte tatsächlich erstellen kann. |
| Das Problem | Noise: Bei der konkreten Frage „Wie formuliere ich Repro-Schritte?“ liest die KI sehr viel irrelevanten Prompt-/Coding-Kontext mit und die Antwort wird schnell unscharf. | Kontext-Lücke: Der Satz ist richtig, löst aber das Problem nicht. Man weiß danach immer noch nicht, wie man Repro-Schritte sauber schreibt. | Präzision: Bei genau dieser Expertenfrage liefert das Modul eine vollständige, fokussierte Antwort, die direkt anwendbar ist. |
4. Konkrete Beispiele für die Anwendung
Abschnitt betitelt „4. Konkrete Beispiele für die Anwendung“A. Einführung Prozessmanagement: Konzept vs. sauber geschnittene Bausteine
Abschnitt betitelt „A. Einführung Prozessmanagement: Konzept vs. sauber geschnittene Bausteine“- ❌ Zu Groß: Wenn „Konzept zur Einführung von Prozessmanagement“ gleichzeitig auch noch Definitionen, Rollenprofile und Detailregeln „vollständig miterklärt“, wird es als Antwortquelle für konkrete Einzelfragen schnell zu breit.
- ❌ Zu Klein: Wenn aus dem Konzept nur ein einzelner Merksatz (z. B. „Parallelität statt Sequenz“) als eigene Notiz stehen bleibt, fehlt der Teil, der erklärt, wie sich daraus Vorgehen und Struktur ableiten.
- ✅ Atomic (Perfekt): Du trennst den Überblick (Rahmen) von den Einzelfragen (Bausteinen) und kannst gezielt verlinken:
- Konzept zur Einführung von Prozessmanagement als Rahmen/Leitfaden
- Rollenprofil ProzessmanagerIn für die Rollenfrage („Wer macht was?“)
- Definition Geschäftsprozess (Verwaltung) für die Begriffsfrage („Was ist hier ein Geschäftsprozess?“)
B. BPMN an Schnittstellen: Kollaboration statt Mischformen
Abschnitt betitelt „B. BPMN an Schnittstellen: Kollaboration statt Mischformen“- ❌ Zu Groß: Wenn die Regeln für externe Beteiligte „irgendwo“ im allgemeinen BPMN-Block mitlaufen, muss die KI (und der Mensch) zu viel Kontext mitlesen, obwohl die Frage eigentlich eine klare Schnittstellenfrage ist.
- ❌ Zu Klein: Eine Einzelnotiz nur mit der Regel „Sequenzfluss NIE über Poolgrenzen“ ist korrekt, aber ohne das „Warum“ und ohne die Gegenregel (Nachrichtenfluss IMMER) bleibt es in der Anwendung fehleranfällig.
- ✅ Atomic (Perfekt): BPMN Kollaboration & Externe Beteiligte bündelt genau die benötigten Elemente (Black-Box-Pool, Nachrichtenfluss, Immer/Nie-Regeln) für diese Fragestellung.
C. Vibe Coding: Ein Modul für reproduzierbare Fehler statt „Prompt-Ballast“
Abschnitt betitelt „C. Vibe Coding: Ein Modul für reproduzierbare Fehler statt „Prompt-Ballast““- ❌ Zu Groß: Wenn Repro-Schritte als langer Abschnitt in jeder Coding-Notiz „mitgeschleppt“ werden, entsteht Wiederholung und die relevanten Teile (Bug, Kontext, Erwartung) gehen zwischen Prompt-Text unter.
- ❌ Zu Klein: Eine Einzelnotiz nur mit einem Kriterium wie „Deterministisch: Das Ergebnis sollte bei jedem Durchlauf identisch sein“ ist als Merksatz ok, reicht aber nicht, um wirklich saubere Repro-Schritte zu erzeugen.
- ✅ Atomic (Perfekt): Repro-Schritte (Definition & Guide) beantwortet die konkrete Expertenfrage „Wie formuliere ich Repro-Schritte, die ein Bug wirklich reproduzierbar machen?“ als eigenständiger Baustein.
5. Sonderfall: Wie gehe ich mit Listen um?
Abschnitt betitelt „5. Sonderfall: Wie gehe ich mit Listen um?“Was tun mit Inhalten wie „Die 10 besten Tipps für…“?
- Option A (Alles auf eine Seite): Wenn die Tipps kurz sind (je 1-2 Sätze), mach ein Modul daraus: „Checkliste: 10 Tipps für Prompting“. KIs können Listen auf einer Seite sehr gut verarbeiten.
- Option B (Aufteilen): Zerstückle es nur, wenn ein Punkt so komplex ist, dass er alleine stehen kann (z. B. wenn Tipp 3 eine halbe Seite Erklärung braucht -> eigenes Modul).
🔗 Verwandte Module
Abschnitt betitelt „🔗 Verwandte Module“- **Optimierung für KI-Lesbarkeit (RAG-Ready)**Kontext: Erklärt, wie man den Inhalt innerhalb dieser Module dann formuliert.
Über den Autor
Abschnitt betitelt „Über den Autor“Patrick Roßkothen ist Experte für Prozess- und Wissensmanagement. Dieses Modul wurde zuletzt am 2026-02-21 aktualisiert.