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BPMN: Das Exklusive Gateway (XOR)

Das exklusive Gateway (XOR) steuert eine strikte Entweder/Oder-Entscheidung, bei der exakt ein Pfad gewählt wird. Für maximale Klarheit wird die Verwendung des „X“-Symbols und die Beschriftung der ausgehenden Pfade mit dem jeweiligen Ergebnis (statt einer zentralen Frage) empfohlen.

Das exklusive Gateway bildet eine klassische Entweder/Oder-Entscheidung ab. Die Logik schreibt vor, dass immer nur genau einer der ausgehenden Pfade beschritten werden darf.

  • Symbole: Es existieren Varianten (leer oder mit X). Es wird empfohlen, ausschließlich das Symbol mit dem „X“ zu verwenden, um Eindeutigkeit zu gewährleisten.
  • Anwendungsbereich: Klassische Ja/Nein-Entscheidungen oder Prüfungen gegen Wertgrenzen (z. B. Altersgrenzen, Betragsgrenzen).

Eine saubere Beschriftung erhöht die Lesbarkeit drastisch. Gateways sollten nur beschriftet werden, wenn es für das Verständnis zwingend notwendig ist.

  1. Vermeidung impliziter Fragen: Wenn sich die Frage aus der vorherigen Tätigkeit ergibt (z. B. Tätigkeit “Antrag prüfen”), ist eine Beschriftung des Gateways mit “Geprüft?” redundant.
  2. Explizite Pfad-Beschriftung (Empfohlen): Anstatt das Gateway mit einer Frage zu versehen und die Pfade mit “Ja/Nein”, sollten die Pfade selbst das Ergebnis beschreiben.
    • Beispiel: Statt “Vollständig?” (Ja/Nein), beschriften Sie die Pfade direkt mit “vollständig” und “unvollständig”.

Bei der Zusammenführung durch ein exklusives Gateway wird der Prozess ohne Verzögerung fortgesetzt. Sobald einer der eingehenden Pfade am Gateway ankommt, wird der Ausgang aktiviert. Es wird nicht auf andere Pfade gewartet.

Hinweis: Nicht jede Verzweigung muss zwingend zusammengeführt werden. Unterschiedliche Pfade können auch zu unterschiedlichen End-Ereignissen führen (z. B. Prozess-Abbruch vs. erfolgreicher Abschluss).


Patrick Roßkothen ist Experte für Prozess- und Wissensmanagement. Dieses Modul wurde zuletzt am 2026-02-21 aktualisiert.